Sex in Afrika

Der Mann hat Sex gehabt. Unerwartet ist er gekommen - wie meist.
Passiert ist es in der Buchhandlung, in der er jeweils einen Kaffee trinkt. Er hatte ein paar Bücher aus den Gestellen genommen, hatte sich damit in einen Sessel fallen lassen. Als der Kaffee kam, war er bereits in eines der Bücher vertieft  - Strobo, von Airen.
   So müsste ich schreiben können, dachte der Mann. Von wildem Sex erzählen, so oft als möglich, und über Drogen. Alkohol, Pillen, Kokain - und nochmals über Sex.
Wie er das denkt, bemerkt er die Frau nicht, die fragt, ob der Sessel neben ihm noch frei sei. Also erhebt die Frau ihre zierliche Stimme. „Ist noch frei hier?“
   Der Mann schaut auf.
   „Frei?“ Jetzt lächelt die Frau.
   „Ja“, sagt der Mann und nickt. Weil er von der Ansprache überrascht ist, lässt er den Blick auf dem Körper der Frau liegen.
   Die Frau ist wohlgeformt, sportlich knackig. Ihre khakifarbenen Hosen, ihr sandfarbener Pullover eng. Alle Rundungen sind am richtigen Ort. Der ganze Körper ein wildes Tier im Käfig.  Und Lederstiefel trägt die Frau, als führte sie eine Farm in Afrika. 
   Dann blickt der Mann der Frau ins helle Gesicht.
   Die Frau hält seinem Blick stand. „Gefalle ich dir?“, fragt sie ohne Scham.
   „Ja“, sagt der Mann. „Du bist schön.“
   „Wie schön?“, fragt  die Frau verschmitzt und fährt sich durchs lange schwarze Haar, wirft den Kopf nach hinten. „Was genau gefällt dir an mir?“
   „Deine Beine sind lang und doch muskulös. Deine Hüfte ist eng, deine Brüste sind spitzig.“
   Die Frau reckt die Brust hoch und schaut belustigt hinunter auf ihre Brust. Sie lacht laut auf. „Ja, die zwei Kleinen sind ganz schön vorwitzig.“
   „Ich will dich umarmen“, sagt der Mann. Er bewegt sich vorwärts und dann geht alles schnell.
   Er spürt ihren Körper, schmeckt ihr Parfüm - ein Hauch von Rosen, Lemongrass. Dann schleckt er schon ihre Haut, küsst ihren Hals und beginnt - vorsichtig - zu stossen.
   „Oh, ja“, wispert die schöne Frau in seinem Ohr. Er sieht sie nicht. Seine Augen sind geschlossen, er will nur noch stossen. „Ohh“, die Frau. Er stösst und stösst. Vom Schwung wird er vor- und zurückgeschlenkert.
   „He, he Sie?“, hört er und schreckt auf.
   „Sie sind eingeschlafen?“
   „Was?“ Er blickt ins Gesicht der dürren Bedienung.
   „Sie sind eingeschlafen. Sie haben etwas gestöhnt.“ Die Bohnenstange lässt seine Schulter los, richtet sich wieder auf.
   „Oh, Entschuldigung“, sagt der Mann. „Ich habe geträumt.“ Dann blickt er schnell verstohlen um sich. Die schöne Frau sitzt immer noch da. Sie schaut in ihr Buch. Lächelt sie?
   Nein.
   Sie fährt sich nur über die Oberlippe.

Afrika.




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