Erste Hilfe

Der Mann hat sich in den Finger geschnitten - massiv. Die Klinge des Messers ist abgespritzt und in seinen Zeigefinger gefahren. Die Wucht des Messers war so stark, dass die Klinge bis auf den Knochen ging.
Der Mann weiss, was zu tun ist. Sofort hält er den Arm hoch, drückt sogleich den Daumen der anderen Hand auf die Schlagader hinter seinem Handgelenk. Er presst ihn in die Furche zwischen Speiche und Muskelgewebe und quetscht die Arterie, die dort zum verletzten Finger führt.
Das Blut, das zuerst wie welke Blüten im Herbstwind von seinem Finger wegflog, hält sich nun zurück. Es blutet noch, doch nur noch milde, gleichmässig versiegend.
Dann - scheinbar - hört es vollständig auf.
Als der Mann loslässt, pulst der rote Saft erneut.
Der Mann behält den Arm über Kopf. Er geht ins Bad. Mit der freien Hand kramt er in der Notfallschublade. Das Wundverbandspäckchen reisst er mit den Zähnen auf, presst den weissen Mull auf die tiefe Wunde.

Am nächsten Tag will er - muss er - den Verband wechseln. Er weiss, dass man zu solchen Wunden sorgen muss.
Er löst den verkrusteten Mull vorsichtig.
Ein tiefer Schmerz explodiert in seinem Finger. Blut schiesst hervor. Jetzt wird ihm schlecht.
Rasch drückt er einen neuen Verband darauf.

Irgendwann wird die Wunde eine Narbe sein.

Eine physische Narbe.


No Problem.





New York City, 1992
















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Kommentare:

  1. kein problem, ich finde die texte echt sehr gut, ich schreibe auch manchmal und daher bewundere ich das sehr :)

    vielen lieben dank :>

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  2. Hallo =)

    Bin eben eher zufällig auf deinen Blog gestoßen und hab mich gleich am aktuellen Post vfestgebissen ô.ô das ist, meiner meinung nach, verdammt gut geschrieben (und bitte tnschuldige hierbei meine Ausdrucksweise).
    ich scheibe auch hin und wieder Gewschichten, wenn ich nicht gerade was für meinen Blog schreibe ;)
    Ich werde deinen Blog auf alle Fälle mal verfolgen.
    lG Lola

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  3. Merci beaucoup für euer Lob. Das macht mich glücklich. Falls euch auch die anderen Posts gefallen (und das werden sie sicherlich), schickt bitte diesen blog auch an eure Freunde...Merci.

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  4. Hallöchen Sternlein;)

    Danke für deine Spuren, bin ihnen gefolgt und nun auch bei dir gelandet;)Melancholie gehört zum Leben.Es gibt vielen Dingen einen tieferen Sinn...ich komme gerne wieder zum Lesen vorbei;)

    Liebe Grüsse
    Mona

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  5. Hallo Mona. Danke für die freundlichen Worte. Freue mich, dass du zu meinen Leserinnen gehörst (bitte erzähle es auch all deinen Freundinnen, dass es einen schönen Sternleinblog gibt...). Liebe Grüsse. Eine schöne Weihnachtszeit wünscht Sternlein.

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Danke für deinen Post!

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