Von den wichtigen Dingen

Der Mann sitzt in seiner Wohnung und schaut sich um. Er sieht eine völlig zugestellte Wohnung. Viel zu viele Dinge haben sich angehäuft in den letzten Jahren.
Zwar besitzt er nur wenig Möbel, aber trotzdem ist seine Wohnung überfüllt. Schränke und Gestelle und Kisten drängen in den Raum, machen die kleine Wohnung noch enger. Oben tragen die überquellenden Büchergestelle alle Hauben aus kleinen Büchsen, übergrossen Büchern, Boxen mit irgendwas und jeglichem Krimskrams. Auch an den Seiten der Schränke wuchert mehr oder weniger wichtiges Material. Pantoffeln, kaputte Klappstühle, Elektroschrott, Stapel von Altpapier, alte Schachteln, neue Kartons.
Der Arbeitstisch ist übersät mit Manuskripten, Zeichnungen, Stiften, unzähligen Kabeln. Kabeln hin zur Lampe, Verbindungsstränge vom Drucker zum Computer, vom Scanner, der Kamera.
Socken liegen auch herum. Die von gestern liegen neben dem Sofa, die von vorgestern unter dem Bistrotisch.
Der Mann weiss, er müsste endlich Klar Schiff machen. Müsste aufräumen und alte Dinge wegwerfen. Sich von längst Vergangenem endlich trennen.
Der Mann ist sich bewusst, dass das viel Arbeit sein wird. Heute will er damit nicht mehr beginnen.

Er geht zu Bett.

Im Schlafzimmer steht das einzige Möbelstück, das er akribisch frei von Dingen hält. Sein Doppelbett. Es steht gross und mächtig im Schlafzimmer und ist doch praktisch leer. Nur ein kleines weisses Kissen liegt auf dem blauen Bettzeug. Ein Schiffchen im grossen Meer.
In dieses Bett versinkt der Mann, wenn ihm die Welt der Dinge zu viel ist. Er schiebt sich in die Fläche wie ein Schwimmer in die spiegelglatte See.
Dann schwebt er und schläft ein und füllt das Bett mit seinen unendlichen Träumen.

So vielen Dingen.

So viel vergangner Zeit.




























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