Unter Wasser leben


Der Mann hat sich ausgeklinkt. Er ist müde, erschöpft und melancholischer als je. Keine Energie für nichts mehr. Nicht für heute, nicht für morgen.
Er sitzt in der Küche auf einem Stuhl, in den er gefallen war nach all der schweren Arbeit. Er denkt nichts, sieht nichts, ein toter Frosch auf einem Stein. Die Augen schauen blass ins Nichts.
Zwei Stunden und viele Minuten dauert es, bis er sich wieder spürt, sich wieder bewegen kann. Er steht in Zeitlupe auf, bringt seinen traurigen Körper nur mit Mühe auf die Beine, ein Nilpferd auf dem Trockenen.
Der Mann schiebt sich auf den Balkon. Dort findet er ein Stückchen Platz für sich und seine Seele. Er streckt alle Glieder von sich, wie ein Seestern.

Ein Seesterlein.

Unter Wasser fühlt der Mann sich leicht. Einfach sein dürfen. Einfach alles fliessen lassen können. Einfach sein im Moment. Was braucht es mehr?

Der Mann denkt nach.

Vielleicht Glück, Liebe, Hoffnung, Zuneigung, Zärtlichkeit, Gemeinsamkeit?
 
Ein Moment Gelassenheit? 






















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1 Kommentar:

  1. Interessant an deine Geschichten ist, wie ich finde, dass sie nur einen Ausschnitt aus einer (Lebens-) Geschichte darstellen. Man fragt sich, was davor und danach war. Man bekommt Lust auf mehr, was den zauber aus macht!
    Alejando G. (Konto geht nicht)

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